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Finasterid-Nebenwirkungen: die schweren Risiken

Finasterid-Nebenwirkungen, die bleiben können: sexuelle, psychische und körperliche Beschwerden und das Post-Finasterid-Syndrom (PFS).

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Finasterid-Nebenwirkungen: die schweren Risiken

Die schwerwiegenden Nebenwirkungen von Finasterid

Was Finasterid ist

Finasterid gehört zu den 5-Alpha-Reduktase-Hemmern. Es wird als Propecia gegen Haarausfall und als Proscar bei Prostatabeschwerden verkauft. Der Wirkstoff senkt den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT). So kann er Haarausfall bremsen und eine gutartige Prostatavergrößerung behandeln. Doch Finasterid birgt ernste Risiken: Nebenwirkungen, die bleiben und mit der Zeit sogar stärker werden können.

Wer das Mittel lange einnimmt, kann anhaltende sexuelle, neurologische und körperliche Beschwerden entwickeln. Manche davon lassen sich nur schwer rückgängig machen. Bei einem Teil der Betroffenen bleibt es nicht bei den häufigen Nebenwirkungen. Sie entwickeln das Post-Finasterid-Syndrom (PFS), das auch nach dem Absetzen anhält. Dieser Artikel geht die ganze Bandbreite der Risiken von Finasterid durch, auch die für die Gesundheit auf lange Sicht.

Häufige und langfristige Nebenwirkungen von Finasterid

Finasterid kann helfen, gerade bei Haarausfall oder Prostatabeschwerden. Zugleich berichten viele, die es nehmen, von Nebenwirkungen, die den Alltag spürbar einschränken können. Diese Beschwerden bleiben nicht auf die ersten Wochen beschränkt. Bei längerer Einnahme halten sie oft an oder nehmen zu.

Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit

  • Verminderte Libido: Viele berichten, dass die Lust deutlich nachlässt und auch nach dem Absetzen womöglich nicht zurückkommt.
  • Erektionsstörungen: Bei längerer Einnahme kann es anhaltend schwerfallen, eine Erektion zu bekommen oder zu halten.
  • Ejakulationsstörungen: Häufig berichtet werden ein vorzeitiger oder ein verzögerter Samenerguss.
  • Weniger Ejakulat: Auch das ist häufig. Es kann die Fruchtbarkeit und das sexuelle Erleben beeinträchtigen.

Neurologische und psychische Nebenwirkungen

  • Depression und Angst: Depressive Verstimmung, Reizbarkeit und Angst treten unter Finasterid häufig auf. Bei manchen nehmen sie mit der Zeit zu.
  • Kognitive Beschwerden (Brain Fog): Häufig berichtet werden Konzentrationsschwäche, Gedächtnislücken und geistige Erschöpfung.
  • Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen können bei längerer Einnahme neu auftreten oder sich verstärken.

Körperliche Symptome

  • Muskelschwäche und Gelenkschmerzen: Viele, die das Mittel lange nehmen, berichten von Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden und Kraftlosigkeit.
  • Chronische Erschöpfung: Anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit gehören zu den häufigen Beschwerden.
  • Gynäkomastie: Dass sich bei Männern Brustgewebe bildet, ist als Nebenwirkung von Finasterid dokumentiert.

Wenn die Beschwerden bleiben: das Post-Finasterid-Syndrom (PFS)

Bei manchen bessern sich diese Beschwerden auch nach dem Absetzen nicht. Sie bleiben und belasten schwer. Dafür steht der Name Post-Finasterid-Syndrom (PFS). Gemeint sind Beschwerden an Körper, Psyche und Sexualität, die nach dem Absetzen anhalten oder sich sogar verstärken.

Wie sich PFS von anderen Nebenwirkungen unterscheidet

Andere Nebenwirkungen klingen mit der Zeit ab. PFS nicht: Die Beschwerden bleiben oft auf unbestimmte Zeit und verlangen Betroffenen viel ab. Die Forschung steht noch am Anfang. Betroffene und Interessenvertretungen haben aber auf die ernsten Risiken aufmerksam gemacht.

Zum Weiterlesen über PFS:

Erfahrungen von Patientinnen und Patienten mit langfristiger Finasterid-Einnahme

Wie schwer die Nebenwirkungen wiegen können, zeigt sich am deutlichsten in den Geschichten von Menschen, die Finasterid genommen haben, vor allem über Jahre. Sie schildern tiefe Einschnitte in Beziehungen, Beruf und Wohlbefinden. In unseren Erfahrungsberichten kommen Betroffene selbst zu Wort.

Warum Sie Nebenwirkungen melden sollten

Wie bei den meisten Medikamenten werden auch die Nebenwirkungen von Finasterid zu selten gemeldet. Die Zahl der Meldungen sagt deshalb wenig darüber, wie häufig ein Problem auftritt. Vielen ist nicht klar, dass ihre Meldung zählt. Andere bringen ihre Beschwerden nicht mit Finasterid in Verbindung. Wenige Meldungen sind kein Beleg für Sicherheit: Jede Meldung ergänzt das Bild, das eine Arzneimittelbehörde prüfen kann. Dieses Bild entsteht, wenn Sie Nebenwirkungen Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und der zuständigen Arzneimittelbehörde melden. Wie das geht, erklärt unsere Anleitung zum Melden.

Das Problem mit Online-Apotheken und Telemedizin-Anbietern

Über Online-Plattformen wie Hims, Keeps und Boots Pharmacy ist Finasterid besonders leicht zu bekommen. Das ist ein Problem für sich. Diese Telemedizin-Anbieter senken die Hürde für ein Rezept, klären aber oft nur knapp über die Risiken auf. Ohne ärztliche Begleitung und ein ausführliches Gespräch verstehen viele womöglich nicht ganz, welche Nebenwirkungen möglich sind. Und warum sie während der Einnahme auf ihre Gesundheit achten sollten. Mehr dazu lesen Sie unter Die Risiken des Kaufs von Propecia bei Hims, Keeps und Boots Pharmacy.

Fazit

Finasterid (Propecia, Proscar) und verwandte Wirkstoffe wie Dutasterid bergen Risiken, die nicht immer sofort erkennbar sind. Die Folgen für die Gesundheit sind erheblich und vielfältig: Sie reichen von häufigen Nebenwirkungen bis zu schweren Langzeitfolgen wie PFS. Dem Nutzen bei Haarausfall und Prostatabeschwerden steht das Risiko anhaltender Nebenwirkungen gegenüber. Wer das Mittel erwägt, sollte beides sorgfältig abwägen.

Wenn Sie Finasterid gegen Haarausfall erwägen, fragen Sie vor der Verschreibung nach anhaltenden Nebenwirkungen und lesen Sie die Packungsbeilage. Nehmen Sie sich für Ihre Entscheidung die Zeit, die Sie brauchen. Treten während der Einnahme oder nach dem Absetzen Beschwerden auf, melden Sie diese. Und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie ein Medikament absetzen oder etwas an der Einnahme ändern.

Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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