Ich glaube, ich habe PSSD - was soll ich tun?
Wenn Sie kürzlich nach dem Absetzen oder Reduzieren Ihres Antidepressivums einen Einbruch erlebt haben, fühlen Sie sich vielleicht überfordert und…

Wenn Sie kürzlich nach dem Absetzen oder Reduzieren Ihres Antidepressivums einen Einbruch erlebt haben, fühlen Sie sich vielleicht überfordert und ängstlich. Möglicherweise fragen Sie sich, ob Ihre Symptome mit sexueller Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) zusammenhängen. Dieser Artikel zeigt Ihnen erste Schritte, wenn Sie vermuten, dass Sie PSSD haben. Denken Sie daran: Sie sind damit nicht allein - viele andere haben genau dort gestanden, wo Sie jetzt stehen, und es gibt Wege durch diese schwierige Zeit.
Für eine umfassende Einführung in PSSD, einschließlich dessen, was es ist, und der Risiken der Einnahme von Antidepressiva, empfehlen wir Was ist PSSD? Eine Einführung in die Risiken von Antidepressiva (auf Englisch). Das verschafft Ihnen ein besseres Verständnis der Erkrankung und hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen für den weiteren Weg zu treffen.
Hinweis
Bevor wir weitermachen: SIDEfxHUB ist eine gemeinnützige Organisation, die Aufmerksamkeit für PFS und PSSD schafft, aber wir sind keine medizinischen Fachleute. Die hier geteilten Ratschläge und Informationen beruhen auf den gesammelten Erfahrungen der PSSD-Patientengemeinschaft. Wir bemühen uns um hilfreiche Orientierung, doch medizinische Entscheidungen sollten Sie stets mit einer behandelnden Person besprechen. Zudem sind die hier beschriebenen Symptome nicht vollständig - die Erfahrungen mit PSSD können von Person zu Person stark variieren.
Erste Schritte
Zu erkennen, dass Sie möglicherweise PSSD haben, ist der erste Schritt - aber was kommt als Nächstes? Hier einige Vorschläge, die Ihnen durch diese schwierige Zeit helfen können:
1. Nicht in Panik geraten
Es ist ganz natürlich, Panik oder Angst zu empfinden, wenn die Symptome von PSSD zum ersten Mal auftreten. Trotzdem ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Panik kann Symptome verschlimmern und es erschweren, klar über die nächsten Schritte nachzudenken. Atmen Sie tief durch, erinnern Sie sich daran, dass es Unterstützung gibt, und versuchen Sie, die Situation mit einem klaren Kopf anzugehen.
2. Ihre Medikation überdenken
Wenn Sie Ihr SSRI noch einnehmen oder erst kürzlich abgesetzt haben, kann es sinnvoll sein, mit Ihrer Praxis zu besprechen, ob ein schrittweises Ausschleichen statt eines abrupten Absetzens infrage kommt. Ein plötzliches Absetzen kann Symptome mitunter verschlimmern. Viele Betroffene haben die Erfahrung gemacht, dass ein langsames Ausschleichen unter fachlicher Begleitung einige der Absetzsymptome abmildern kann.
3. Mit jemandem sprechen, dem Sie vertrauen
Ängste und Symptome für sich zu behalten, kann die eigene Anspannung verstärken. Vertrauen Sie sich einer nahestehenden Person aus Familie oder Freundeskreis an. Lassen Sie sie wissen, dass Sie eine schwere Zeit durchmachen und Unterstützung gebrauchen könnten. Es mag Überwindung kosten, aber geteiltes Leid wiegt oft leichter.
4. Ausreichend Ruhe
Schlaf ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden, doch wir wissen, dass der Schlaf nach einem PSSD-Einbruch stark gestört sein kann. Auch wenn Einschlafen schwerfällt, versuchen Sie, so viel Ruhe wie möglich zu bekommen. Etablieren Sie eine feste Routine, gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, und vermeiden Sie anregende Stoffe wie Koffein am späten Tag. Wenn Schlafen unmöglich erscheint, wenden Sie sich an unsere Selbsthilfegruppen und fragen Sie, wie andere mit ähnlichen Problemen umgegangen sind.
5. Auf Ihre Gesundheit achten
Eine gesunde Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und leichte Bewegung, soweit möglich, unterstützen Ihren Körper in dieser Zeit. Meiden Sie Alkohol und andere Substanzen, die Ihre Symptome verschlimmern könnten. Frische Luft und Sonnenlicht können ebenfalls die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.
Verbindung zu anderen finden
Einer der wertvollsten Schritte ist es, sich mit Menschen zu verbinden, die verstehen, was Sie durchmachen. Unsere WhatsApp-Selbsthilfegruppen (auf Englisch) stehen Menschen in Skandinavien, im Vereinigten Königreich und in den USA/Kanada offen. Diese Gruppen bieten Rat, emotionale Unterstützung und ein Gefühl von Gemeinschaft. Zu hören, wie andere mit ihren PSSD-Symptomen umgegangen sind, kann Trost spenden und praktische Erkenntnisse liefern.
Wichtige Materialien
Für weitere Informationen zu PSSD empfehlen wir:
- Was ist PSSD? Eine Einführung in die Risiken von Antidepressiva (auf Englisch)
- Ihre Nebenwirkungen melden (auf Englisch)
- PSSD/PFS-Register (auf Englisch)
- WhatsApp-Selbsthilfegruppen beitreten (auf Englisch)
Denken Sie daran: Das Wichtigste jetzt ist, ruhig zu bleiben und keine weitreichenden Entscheidungen zu treffen, ohne sich mit einer behandelnden Person zu beraten. Gehen Sie Schritt für Schritt vor, und wissen Sie, dass hier eine Gemeinschaft ist, die Sie unterstützt.