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Ich glaube, ich habe PSSD - was soll ich tun?

Verdacht auf PSSD nach dem Absetzen eines Antidepressivums? Die ersten Schritte, das Gespräch in der Praxis und wo Sie andere Betroffene finden.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Ich glaube, ich habe PSSD - was soll ich tun?

Haben Sie vor Kurzem nach dem Absetzen oder Reduzieren Ihres Antidepressivums einen „Crash“ erlebt, also eine plötzliche, deutliche Verschlechterung? Dann sind Sie vermutlich überfordert und voller Angst. Vielleicht fragen Sie sich, ob Ihre Symptome mit einer sexuellen Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) zu tun haben. Dieser Artikel zeigt Ihnen die ersten Schritte, wenn Sie PSSD bei sich vermuten. Sie sind damit nicht allein. Viele andere standen genau dort, wo Sie jetzt stehen. Und es gibt Wege durch diese schwere Zeit.

Wenn Sie zuerst wissen möchten, was PSSD ist und welche Risiken Antidepressiva bergen, lesen Sie Was ist PSSD?. Je besser Sie die Erkrankung verstehen, desto sicherer entscheiden Sie über Ihre nächsten Schritte. Wenn Sie herausfinden wollen, ob Ihre Symptome dazu zählen: Wie wird PSSD diagnostiziert? erklärt die Kriterien von 2022.

Hinweis

SIDEfxHUB ist eine gemeinnützige Organisation für Menschen mit PFS und PSSD. Wir sind keine medizinischen Fachleute. Was hier steht, beruht auf den Erfahrungen Betroffener. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die hier genannten Beschwerden sind eine Auswahl. PSSD verläuft bei jedem Menschen anders.

Erste Schritte

Sie vermuten PSSD bei sich. Damit ist der erste Schritt getan - aber was kommt dann? Diese Vorschläge können Ihnen durch die schwere Zeit helfen:

1. Nicht in Panik geraten

Wenn die ersten PSSD-Symptome auftreten, gerät man verständlicherweise in Panik. Versuchen Sie trotzdem, ruhig zu bleiben. Panik kann die Symptome verstärken und den Blick auf die nächsten Schritte verstellen. Atmen Sie tief durch. Machen Sie sich klar, dass es Unterstützung gibt. Und gehen Sie die Lage mit klarem Kopf an.

2. Ihre Medikamente überdenken

Nehmen Sie Ihr SSRI noch, oder haben Sie es erst kürzlich abgesetzt? Dann besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie es besser langsam ausschleichen, statt abrupt abzusetzen. Ein plötzliches Absetzen kann die Symptome mitunter verschlimmern. Viele Betroffene haben erlebt, dass ein langsames, ärztlich begleitetes Ausschleichen einen Teil der Absetzsymptome abfedern kann.

3. Mit jemandem sprechen, dem Sie vertrauen

Wenn Sie Ängste und Symptome für sich behalten, kann die Angst noch wachsen. Vertrauen Sie sich einem Menschen aus Familie oder Freundeskreis an. Sagen Sie offen, dass es Ihnen gerade schlecht geht und Sie Unterstützung brauchen. Das kostet Überwindung. Aber geteiltes Leid wiegt oft leichter.

4. Ausreichend Ruhe

Erholsamer Schlaf ist die Grundlage für alles andere. Gerade nach einem PSSD-Crash ist er aber oft massiv gestört. Auch wenn das Einschlafen schwerfällt: Gönnen Sie sich so viel Ruhe wie möglich. Führen Sie feste Zeiten ein. Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett, und stehen Sie zur gleichen Zeit auf. Lassen Sie Anregendes wie Koffein am späten Tag weg. Wenn Schlafen unmöglich scheint, fragen Sie in unseren WhatsApp-Gruppen, wie andere damit umgegangen sind.

5. Auf Ihre Gesundheit achten

Gutes Essen, genug Flüssigkeit und, soweit es geht, leichte Bewegung stützen Ihren Körper in dieser Zeit. Lassen Sie Alkohol und andere Substanzen weg, die Ihre Symptome verschlimmern könnten. Auch frische Luft und Sonnenlicht heben die Stimmung und tun gut.

Anschluss an andere finden

Besonders wertvoll ist der Kontakt zu Menschen, die dasselbe erlebt haben. Unsere WhatsApp-Gruppen stehen Menschen in Skandinavien, im Vereinigten Königreich und in den USA und Kanada offen. Dort bekommen Sie Rat, seelischen Rückhalt und das Gefühl, dazuzugehören. Wenn Sie hören, wie andere mit ihren PSSD-Symptomen zurechtkommen, kann das trösten und ganz praktisch helfen.

Zum Weiterlesen

Für weitere Informationen zu PSSD empfehlen wir:

Das Wichtigste jetzt: Bleiben Sie ruhig. Treffen Sie keine weitreichenden Entscheidungen, ohne ärztlichen Rat einzuholen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Sie haben hier eine Community im Rücken.

Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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