Geht PSSD wieder weg? Wie eine Genesung aussehen kann
Wie oft sich PSSD bessert, wie lange das dauern kann und warum vorsichtige Hoffnung realistischer ist als ein Versprechen.

Ist eine vollständige Genesung von der sexuellen Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) möglich?
Die sexuelle Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) belastet schwer. Viele Betroffene wissen nicht, was die Zukunft bringt. Kaum eine Frage drängt so sehr wie diese: Werde ich wieder ganz gesund? Der Weg ist verschlungen und verläuft bei jedem Menschen anders. Für viele bleibt eine vollständige Genesung außer Reichweite. Hoffnung auf Besserung gibt es dennoch.
Alle Zitate wurden aus dem Englischen übersetzt.
Was können Sie erwarten?
PSSD verläuft bei jedem Menschen anders. Manche Betroffene berichten von deutlicher Besserung, doch diese Fälle scheinen seltener zu sein. Für viele bleibt eine vollständige Genesung womöglich außer Reichweite. Das heißt aber nicht, dass sich nichts bessert. Viele schildern, wie es Schritt für Schritt bergauf ging. Das Leben mit PSSD bleibt schwer, wird aber wieder besser zu bewältigen und erfüllender.
Eine Person mit PSSD aus dem Vereinigten Königreich erzählt: „Ich bin nicht ganz wieder da, wo ich vorher war, aber es ist besser geworden. Mit der Zeit habe ich gelernt, mit meinen Beschwerden umzugehen. Es ist weiter schwer, aber ich kann das Leben wieder viel mehr genießen als kurz nach dem Beginn der Beschwerden.“
Eine andere Person aus den Vereinigten Staaten sagt: „Es wurde nur langsam besser, aber es ging voran. Entscheidend war für mich, auf meine Psyche und meinen Körper zu achten. Perfekt ist es nicht, aber besser als vorher, und ich bin zuversichtlich, dass es weiter aufwärtsgeht.“
Die frühe Phase: die schwerste Zeit
Das erste Jahr, manchmal auch die ersten beiden, ist meist am schwersten. Die Beschwerden können in dieser Zeit erdrückend sein und wollen nicht nachlassen. Bei manchen schwächen sich die stärksten Beschwerden schon nach wenigen Monaten ab. Bei anderen dauert es ein Jahr oder länger, bis sich etwas spürbar bessert.
Wie lange es dauert, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Manche merken nach einem halben Jahr eine Besserung, andere erst nach mehr als einem Jahr. Es braucht Geduld: Die Besserung kommt oft in kleinen Schritten. Auch wenn es langsam vorangeht, lohnt es sich, die Hoffnung zu behalten.
Ruhe finden und für den Körper sorgen
Setzen Sie nach dem Beginn der Beschwerden vor allem auf Ruhe, und sorgen Sie gut für sich. Stress und Angst können die Beschwerden verstärken. Deshalb ist es so wichtig, zur Ruhe zu kommen und die eigene Psyche zu stützen. Schon Kleinigkeiten im Alltag können helfen: ausgewogen essen, genug schlafen, sich sanft bewegen.
Die Gefahren unbegleiteter Selbstversuche
Wer Linderung sucht, greift verständlicherweise auch einmal zu Nahrungsergänzungsmitteln, alternativen Behandlungen oder sogar Medikamenten - ohne ärztlichen Rat. Das kann schiefgehen. Behandlungsversuche ohne ärztliche Begleitung können die Beschwerden verschlimmern oder neue Komplikationen auslösen. Der Wunsch, alles zu probieren, ist nachvollziehbar. Sprechen Sie trotzdem vor jeder Entscheidung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Forschung und Hoffnung
Zu PSSD wird geforscht. Vieles ist noch unklar, doch die Fachwelt versteht die Erkrankung Schritt für Schritt besser. Wer diese Entwicklung verfolgt, kann daraus Hoffnung und Orientierung schöpfen. Auch der Austausch mit Menschen, denen es ähnlich geht, kann viel Halt geben.
Zum Weiterlesen
Nicht alle werden vollständig gesund. Eine spürbare Besserung ist für viele aber ein realistisches Ziel. Bleiben Sie ruhig, sorgen Sie für Ihren Körper, und gehen Sie mögliche Behandlungen vorsichtig an. Die Forschung geht weiter. Für alle mit PSSD besteht Hoffnung, dass es künftig besser ausgeht.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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