Post-Finasterid-Syndrom: die sexuellen Nebenwirkungen
Taubheitsgefühl im Genitalbereich, Erektionsstörungen, Libidoverlust: was PFS sexuell bedeutet und wie Betroffene damit leben.

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages auf und merken: Eine Tablette gegen Haarausfall hat Ihnen sexuelle Probleme hinterlassen, die ein Leben lang bleiben. So geht es vielen Männern mit Post-Finasterid-Syndrom (PFS). Taubheitsgefühl im Genitalbereich, geschrumpfte Hoden, Prostatitis, Erektionsstörungen, völliger Verlust der Lust auf Sex: Diese Symptome können schwer belasten und das Leben von Grund auf verändern.
Die sexuellen Nebenwirkungen verstehen
1. Taubheitsgefühl im Genitalbereich: Viele Männer mit PFS beschreiben, wie das Gefühl im Genitalbereich auf beunruhigende Weise nachlässt. Das kann Partnerschaft und Selbstwertgefühl schwer belasten. Und es lässt Betroffene sich im eigenen Körper fremd fühlen.
2. Geschrumpfte Hoden: Ein weiteres häufiges und belastendes Symptom ist die sichtbare Verkleinerung der Hoden. Diese körperliche Veränderung kann unangenehm sein und setzt der Psyche erheblich zu.
3. Prostatitis: Eine Entzündung der Prostata kann erhebliche Beschwerden verursachen, etwa Schmerzen und Probleme beim Wasserlassen. Das belastet die sexuelle wie die körperliche Gesundheit zusätzlich.
4. Erektionsstörungen: Am schwersten wiegen vielleicht chronische Erektionsstörungen. Sie sind mehr als ein körperliches Problem: Sie beeinträchtigen Selbstvertrauen und psychische Gesundheit tiefgreifend.
5. Verlust der Libido: Viele berichten, dass die Lust auf Sex vollständig verschwindet. Nähe in der Partnerschaft wird dadurch schwer. Einsamkeit und Depression sind die Folge.
Folgen für den Alltag
Diese Symptome reichen weit ins Leben hinein. Neben den körperlichen Beschwerden kämpfen viele Männer mit PFS mit schweren Depressionen und Angst. Dass manche Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung nicht anerkennen oder nicht verstehen, kann das Gefühl der Einsamkeit noch verstärken. Jeder Lebensbereich ist betroffen, von Beziehungen bis zu beruflichen Zielen. Freude am Alltag zu finden, wird schwer.
Unterstützung und Interessenvertretung
Wenn Sie mit PFS leben, holen Sie sich Unterstützung. In unseren WhatsApp-Gruppen können Sie erzählen, was Sie erleben. Und Sie merken: Sie sind damit nicht allein. Organisationen wie die PFS Foundation (auf Englisch) bieten wertvolle Informationen und setzen sich für Betroffene ein. Sie vermitteln auch Kontakte zu anderen Betroffenen und zu fachkundiger Beratung.
Wie es weitergeht
Entscheidend ist, dass die Ärzteschaft PFS als erhebliches Gesundheitsproblem ernst nimmt. Es braucht mehr Forschung, um diese anhaltenden Nebenwirkungen zu verstehen und wirksame Behandlungen zu entwickeln. Betroffene und Angehörige müssen weiter auf mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung drängen. So bekommen Menschen mit PFS die Versorgung und die Beachtung, die ihnen zusteht.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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