PSSD und Beziehungen: Partnerschaft und Familie
PSSD und Partnerschaft: Was eine sexuelle Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme mit Beziehung, Familie und Freundeskreis macht - und wie Sie damit umgehen.

Eine sexuelle Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) kann sehr belastend sein und betrifft oft mehr als das körperliche und seelische Wohlbefinden. Auch Partnerschaft, Familie und Freundeskreis können stark darunter leiden. Die folgenden Hinweise sollen helfen, diese Zeit mit Einfühlungsvermögen und Verständnis durchzustehen.
Hinweis
SIDEfxHUB ist eine gemeinnützige Organisation für Menschen mit PFS und PSSD. Wir sind keine medizinischen Fachleute. Was hier steht, beruht auf den Erfahrungen Betroffener. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie sich PSSD auf Beziehungen auswirkt
Beziehungen leben davon, dass man miteinander redet, einander vertraut und sich nah ist. Genau das kann PSSD unter Druck setzen. Was dabei passieren kann und was hilft:
Das Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner
PSSD-Symptome in einer Beziehung anzusprechen, kann viel Überwindung kosten. Ein offenes Gespräch ist aber entscheidend, damit Vertrauen und Verständnis erhalten bleiben. Ein paar Gedanken dazu:
1. Ehrlich, aber behutsam sein
Sagen Sie ehrlich, wie es Ihnen geht, und nehmen Sie zugleich Rücksicht auf Ihr Gegenüber. Erklären Sie Ihre Symptome und was sie mit Ihnen machen, ohne die andere Person zu überfordern.
2. Emotionale Nähe in den Mittelpunkt stellen
Wenn körperliche Nähe schwerfällt, wird die seelische umso wichtiger. Nehmen Sie sich bewusst Zeit füreinander, reden Sie über das, was zählt, und versichern Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie zu der Beziehung stehen.
Womit Sie rechnen sollten
Leider reagiert nicht jede Partnerin und nicht jeder Partner verständnisvoll. Mögliche Reaktionen und was dann hilft:
1. Verleugnung oder Verharmlosung
Manche tun sich schwer, PSSD als echte Erkrankung anzuerkennen, oder spielen die Folgen herunter. Bleiben Sie dann geduldig und zeigen Sie Material, das PSSD erklärt.
2. Frustration oder Vorwürfe
Vielleicht kommt Ärger auf, oder Sie bekommen die Schuld daran, dass sich die Beziehung verändert hat. Suchen Sie dann das ruhige, offene Gespräch darüber, was PSSD mit Ihnen beiden macht. Eine Paarberatung kann zusätzlich entlasten.
Beziehungen zu Familie und Freundeskreis pflegen
Auch in Familie und Freundeskreis macht sich PSSD bemerkbar, vor allem, wenn dort niemand richtig versteht, was los ist. Was dabei hilft:
1. Gezielt auswählen, wem Sie sich anvertrauen
Überlegen Sie in Ruhe, wem Sie davon erzählen. Nicht alle müssen die Einzelheiten Ihrer Erkrankung kennen. Was Sie für sich behalten wollen, dürfen Sie für sich behalten.
2. Unterstützung bei verständnisvollen Menschen suchen
Halten Sie sich an die Menschen in Familie und Freundeskreis, die einfühlsam sind und Ihnen zur Seite stehen. Verständnisvolle Menschen um sich zu haben, kann im Umgang mit PSSD viel ausmachen.
Wie andere Betroffene damit umgehen
Zwei Beispiele zeigen, wie andere Betroffene mit solchen Belastungen umgegangen sind:
1. Eine Auszeit nehmen
Jemandem half eine kurze Auszeit von der Beziehung, die eigenen Gedanken zu ordnen und ruhiger auf alles zu schauen. In dieser Zeit konnten beide überlegen, wie es gemeinsam weitergehen soll.
2. Neue Gewohnheiten finden
Ein anderes Paar schuf sich neue gemeinsame Gewohnheiten, in denen körperliche Nähe keine Rolle spielte. Ein gemeinsames Hobby brachte die beiden einander auf neue Weise näher.
Zum Weiterlesen
Beziehungen durch diese Zeit zu tragen, kann schwer sein. Mit Verständnis, Geduld und Rückhalt können sie aber stark und gesund bleiben. Wenden Sie sich ruhig an Menschen, die Ähnliches erlebt haben: Von ihnen bekommen Sie wertvolle Hinweise und Ermutigung.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
570+ Betroffene haben sich ins Register eingetragen.
Tragen Sie sich ein und melden Sie Ihre Nebenwirkungen.
- Machen Sie Ihre Erkrankung sichtbar
- Erfahren Sie als Erste von Studien, an denen Sie teilnehmen können
- Melden Sie danach Ihre Nebenwirkungen Ihrer Arzneimittelbehörde