PSSD-Crash: Was Sie erwartet und wie Sie damit umgehen
PSSD-Crash nach dem Absetzen eines SSRI: welche Beschwerden auftreten können, was in der ersten Zeit hilft und wo Sie Unterstützung finden.

Der PSSD-Crash: Was Sie erwartet und wie Sie damit umgehen
Wenn eine sexuelle Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD) zum ersten Mal auftritt, kann es sich anfühlen, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Beschwerden, die Ungewissheit, die Angst vor dem, was noch kommt - das kann einen überfordern. Dieser Text soll Sie durch die erste Zeit begleiten: was hilft, und wo Sie Unterstützung finden.
Hinweis
SIDEfxHUB ist eine gemeinnützige Organisation für Menschen mit PFS und PSSD. Was hier steht, beruht auf den Erfahrungen Betroffener. Wir sind keine medizinischen Fachleute. Es ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die hier genannten Beschwerden sind eine Auswahl. PSSD verläuft bei jedem Menschen anders.
Den ersten Crash verstehen
Als „Crash“ bezeichnen viele den Moment, in dem die Beschwerden nach dem Absetzen oder Reduzieren eines SSRI plötzlich einsetzen oder schlagartig schlimmer werden. An dem Wort hängen viel Angst und viel Ungewissheit. Sie sind damit nicht allein: Viele andere haben diese Phase hinter sich und einen Umgang damit gefunden.
Welche Beschwerden können auftreten?
PSSD trifft jeden Menschen anders, und auch ein Crash fällt sehr unterschiedlich aus. Zu den am häufigsten berichteten Beschwerden gehören:
- Sexuelle Funktionsstörungen: Verlangen, Erregung oder Befriedigung gehen plötzlich verloren oder werden immer schwächer.
- Emotionale Abstumpfung: Gefühle sind wie gedämpft, man fühlt sich innerlich losgelöst.
- Körperliche Beschwerden: etwa Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen.
- Kognitive Beschwerden: Man kann sich schlecht konzentrieren, der Kopf fühlt sich vernebelt an.
- Schlafstörungen: Einschlafen, Durchschlafen und erholsamer Schlaf werden zum Problem.
Ihre Beschwerden bewältigen
Gehen Sie in dieser Zeit nachsichtig mit sich um und holen Sie sich Hilfe, wo Sie können. Was durch diese Phase helfen kann:
1. Ruhe bewahren
Bei so plötzlichen Veränderungen in Panik zu geraten, ist normal. Versuchen Sie trotzdem, ruhig zu bleiben. Viele haben anfangs schwere Beschwerden. Mit der Zeit können manche davon nachlassen.
2. Ein schrittweises Ausschleichen erwägen
Wenn Sie das Medikament noch nehmen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie es langsam ausschleichen können, statt es abrupt abzusetzen. Manche Betroffene berichten, dass der Crash dadurch milder ausfällt.
3. Vertrauten Menschen davon erzählen
Damit sollten Sie nicht allein bleiben. Vertrauen Sie sich jemandem aus Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis an. Manchmal hilft es schon enorm, wenn jemand einfach zuhört.
4. Schlaf und Erholung an erste Stelle setzen
Der Schlaf kann in dieser Zeit schwierig sein. Umso wichtiger ist es, so viel Ruhe wie möglich zu finden. Eine ruhige Abendroutine, Ohrstöpsel oder leise Musik können helfen. Manche Betroffene haben ihren Rhythmus verschoben: später ins Bett, später aufstehen. Das passte in dieser Phase besser zu dem, was ihr Körper brauchte.
5. Anschluss an andere Betroffene suchen
In unseren WhatsApp-Gruppen finden Sie Menschen, die dasselbe erlebt haben. Zu hören, wie andere damit zurechtgekommen sind, kann trösten und praktische Hinweise geben.
Wie andere Betroffene damit umgehen
Zwei Betroffene erzählen, wie sie durch ihren ersten Crash gekommen sind:
1. Es langsam angehen
Jemand hatte das SSRI abrupt abgesetzt und bekam danach schwere Beschwerden. Nach ärztlicher Rücksprache ging es zurück auf eine niedrige Dosis, die dann langsam ausgeschlichen wurde. So ließen sich die Beschwerden besser in den Griff bekommen.
2. Kraft in der Community finden
Jemand anderes fand in einer Selbsthilfegruppe Verständnis und das Gefühl, dazuzugehören. Durch den Austausch mit Menschen, denen es genauso ging, fühlte sich die Person weniger einsam und schöpfte mehr Hoffnung.
Zum Weiterlesen
Dass Sie sich gerade überfordert fühlen, ist normal. Gehen Sie kleine Schritte und holen Sie sich Hilfe. So können Sie nach und nach lernen, mit der neuen Lage umzugehen.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
570+ Betroffene haben sich ins Register eingetragen.
Tragen Sie sich ein und melden Sie Ihre Nebenwirkungen.
- Machen Sie Ihre Erkrankung sichtbar
- Erfahren Sie als Erste von Studien, an denen Sie teilnehmen können
- Melden Sie danach Ihre Nebenwirkungen Ihrer Arzneimittelbehörde