PSSD verstehen: Die verborgenen Risiken von Antidepressiva
PSSD nach Antidepressiva: welche Symptome auftreten können - sexuell, emotional und körperlich - und was Sie vor Beginn einer Behandlung wissen sollten.

Die verborgenen Risiken von Antidepressiva: PSSD verstehen
Bevor Sie mit einem Medikament anfangen, sollten Sie die möglichen Risiken kennen. Zu den weniger bekannten und zugleich schwerwiegendsten Folgen bestimmter Antidepressiva gehört eine Erkrankung, die nach dem Absetzen auftritt: die sexuelle Funktionsstörung nach SSRI-Einnahme (PSSD). Wer eine Behandlung mit Antidepressiva erwägt, sollte davon gehört haben.
Was ist PSSD?
Bei PSSD bleiben Symptome bestehen, lange nachdem bestimmte Antidepressiva abgesetzt wurden. Sie greifen tief in den Alltag ein - in die sexuelle Gesundheit ebenso wie in das seelische Gleichgewicht. So schwer PSSD wiegt, so wenig ist die Erkrankung anerkannt. Betroffene bleiben deshalb oft ohne Hilfe und ohne Verständnis.
Häufige Symptome von PSSD
- Verminderte Libido: Das sexuelle Verlangen lässt deutlich nach. Das belastet Beziehungen und das Wohlbefinden.
- Erektionsstörungen: Viele Männer bekommen keine Erektion mehr oder können sie nicht halten - körperlich wie seelisch eine schwere Last.
- Anorgasmie: Ein Orgasmus ist nicht mehr möglich. Das betrifft Männer wie Frauen und kann sehr belastend sein.
- Taubheitsgefühl im Genitalbereich: Die Empfindung im Genitalbereich geht verloren, bis hin zu dem Gefühl, dem eigenen Körper fremd zu sein.
- Verminderte Lubrikation: Bei Frauen wird die Scheide nicht mehr ausreichend feucht. Geschlechtsverkehr wird dadurch unangenehm und weniger befriedigend. Mehr dazu, was Frauen berichten: PSSD bei Frauen.
- Emotionale Abstumpfung: Gefühle bleiben gedämpft, gerade in intimen Momenten. Das erschwert Beziehungen und macht einsam.
Körperliche Symptome
- Verdauungsprobleme
- Muskelschwäche oder -schwund
- Chronische Erschöpfung
- Hautprobleme
- Beschleunigte Alterung
- Nervenschmerzen oder Neuropathie
- Unruhe oder Akathisie
- Unerklärliche Gewichtsveränderungen
Diese Symptome können jahrelang anhalten, manchmal gehen sie nie ganz weg. Die Diagnose ist schwierig, weil sich die Beschwerden mit denen anderer Erkrankungen überschneiden. Ohne eine gründliche Durchsicht der eingenommenen Medikamente geht es nicht.
Warum Sie das ernst nehmen sollten
PSSD wird zunehmend als ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit anerkannt. Verstanden ist die Erkrankung damit noch lange nicht. Viele, die mit Antidepressiva beginnen, wissen nichts von diesem möglichen Risiko. Dabei kann PSSD ein Leben aus der Bahn werfen: schwere Angst, Depression, kein Interesse mehr am Alltag. Beziehungen leiden, und im Extremfall ziehen sich Betroffene ganz zurück.
Was Betroffene erzählen
PSSD trifft nicht nur den Körper, sondern ebenso die Seele. Viele Betroffene berichten von Hoffnungslosigkeit, Frustration und Einsamkeit. Ihre Geschichten zeigen, wie zerstörerisch diese Erkrankung sein kann - für sie selbst und für die Menschen um sie herum.
Was Sie vor Beginn einer Antidepressiva-Behandlung wissen sollten
Wer ein Antidepressivum erwägt, sollte Nutzen und Risiken abwägen. Diese Medikamente können bei Depression und Angst wirksam sein. Doch auch das Risiko einer PSSD gehört auf den Tisch. Sprechen Sie Ihre Bedenken bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an und lassen Sie sich alle Möglichkeiten erklären.
Wenn Sie schon betroffen sind
Wenn Sie Symptome von PSSD haben: Sie sind damit nicht allein. Immer mehr Menschen machen dieselbe Erfahrung, und es gibt Hilfe. In unseren WhatsApp-Gruppen finden Sie Menschen, die dasselbe erlebt haben. Dort ist Platz für Erfahrungen, Rat und Zuspruch.
Werden Sie Teil der PSSD-Community
Der Austausch mit Menschen, denen es ähnlich geht, hilft im Umgang mit PSSD oft sehr. Kommen Sie in unsere WhatsApp-Gruppen. Die Community kämpft für mehr Aufmerksamkeit, bessere Behandlungen und das Verständnis, das Ihnen zusteht.
Hinweis: Dieser Text dient nur der Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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