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EMA prüft Finasterid und Suizidalität

Die EMA prüft Finasterid und Suizidalität. Möglich sind eine geänderte Fachinformation oder Einschränkungen. Ergebnisse EU-weit für Februar 2025 erwartet.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert

Dieser Beitrag stammt aus einem anderen Medium. Wir verlinken ihn, weil er über PFS, PSSD oder PAS berichtet. Für Inhalt und Meinung steht das Medium, nicht SIDEfxHUB.

EMA prüft Finasterid und Suizidalität

Update, September 2026: Die Überprüfung endete 2025 mit verschärften Warnhinweisen und einer Patientenkarte, nicht mit einem Verbot. Das steht in Finasterid-Warnhinweise von MHRA, EMA und FDA.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nimmt Finasterid gründlich unter die Lupe. Sie prüft, ob das Mittel mit Suizidalität zusammenhängt - mit Suizidgedanken, Suizidversuchen und vollendeten Suiziden. Fünf Monate lang sichtet der Sicherheitsausschuss der EMA (PRAC) alle verfügbaren Daten. Am Ende könnte eine geänderte Fachinformation stehen, eine ausgesetzte Zulassung oder der Rückzug vom EU-Markt.

Finasterid wird häufig gegen Haarausfall und eine vergrößerte Prostata verschrieben. Tatsächlich ist es gefährlich: Immer mehr Belege zeigen, dass es schwere, anhaltende Schäden an Psyche und Körperfunktionen auslösen kann. Manche, die es einnehmen, berichten von einem Post-Finasterid-Syndrom (PFS), einer schwer belastenden Erkrankung. Es kann Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, schwere Angst, sexuelle Funktionsstörungen und körperliche Beschwerden verursachen - noch lange, nachdem das Medikament abgesetzt ist. Dass diese Symptome fast immer irreversibel sind, hat Ärzteschaft und Behörden alarmiert.

„PFS stellt wahrscheinlich Formen iatrogener epigenetischer Schädigung dar, wie sie in der Menschheitsgeschichte bisher nicht bekannt war. Auf individueller Ebene sind die Folgen katastrophal, und es könnte auch Auswirkungen auf Bevölkerungsebene geben. Es ist von größter Bedeutung, unser Wissen und Verständnis dieser zunehmend verbreiteten Störungen zu vertiefen.“

- Dr. Antonei Csoka, Biogerontologe und außerordentlicher Professor am Department of Anatomy der Howard University

Dass die EMA die Suizidalität prüft, ist ein wichtiger und notwendiger Schritt. Problematisch ist der enge Zuschnitt: Geprüft werden allein Suizide und Suizidgedanken. Finasterid wirkt aber weit über die Psyche hinaus auf zahlreiche Körpersysteme. Es hinterlässt eine ganze Reihe anhaltender, oft verheerender Beschwerden. Gut belegt ist, dass es Hormonhaushalt, Nervensystem und Sexualfunktion stören kann. Wer nur auf die Suizidalität schaut, übersieht das umfassendere, zutiefst beunruhigende Bild der Schäden, die Finasterid im Körper anrichten kann. Das beunruhigt uns sehr: Diese Prüfung lässt das volle Ausmaß der Schäden außen vor. Um Betroffene zu schützen, braucht es aber umfassendes Handeln.

Mehr als 200 Unternehmen, die Finasterid und Dutasterid in Europa verkaufen, müssen bis Dezember 2024 offenlegen, was sie über die Suizidalitätsrisiken wissen. Zuletzt hatten auch die Arzneimittelbehörden in Großbritannien, Kanada und Japan gewarnt. Damit rückten die psychiatrischen Nebenwirkungen stärker ins Blickfeld.

Im Februar 2025 will die EMA ihre Empfehlungen vorlegen. Fallen sie deutlich aus, wäre Finasterid in 30 europäischen Ländern schwerer zu bekommen. Für Menschen mit PFS weltweit ist schon diese Überprüfung ein wichtiger Schritt: Behörden nehmen die Risiken von Finasterid ernst genug, um sie zu untersuchen. Je mehr ans Licht kommt, desto näher rückt eine Zukunft, in der Betroffene die Anerkennung, die Hilfe und den Schutz bekommen, die ihnen zustehen.

Über SIDEfxHUB

SIDEfxHUB macht auf das Post-Finasterid-Syndrom (PFS) und die Gefahren von 5-Alpha-Reduktase-Hemmern (5ARI) wie Finasterid aufmerksam. Wir klären Öffentlichkeit, Fachleute im Gesundheitswesen und Politik über Folgen auf, die schwer wiegen und sich oft nicht mehr rückgängig machen lassen. Dazu gehören Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, schwere Angst und körperliche Funktionsstörungen. Wir forschen, vertreten die Interessen der Betroffenen und bauen Angebote auf, die ihnen weiterhelfen. Unser Ziel: die verborgenen Risiken der 5ARI sichtbar machen, die Sicherheit der Patientinnen und Patienten verbessern und nötige Änderungen im Arzneimittelrecht anstoßen. Betroffene sollen die Hilfe und die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht.

Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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