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Post-Finasterid-Syndrom (PFS) und Knochenschwund

Kann PFS die Knochen schwächen? Was für einen Zusammenhang mit Osteopenie und Osteoporose spricht und wie Sie Ihre Knochendichte im Blick behalten.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Post-Finasterid-Syndrom (PFS) und Knochenschwund

Das Post-Finasterid-Syndrom (PFS) trifft viele Bereiche zugleich: Sexualität, Psyche, Körper. Eine der weniger bekannten, aber ernsten möglichen Folgen ist Knochenschwund. Er kann bis zu Osteopenie oder Osteoporose führen. Dieser Artikel geht dem möglichen Zusammenhang nach und erklärt, was dabei im Körper passiert. Und er zeigt, wie Sie Ihre Knochen im Blick behalten und schützen.

Der mögliche Mechanismus hinter Knochenschwund bei PFS

Finasterid wird häufig gegen erblich bedingten Haarausfall und gutartige Prostatavergrößerung (BPH) verschrieben. Es hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Gegen die eigentlichen Beschwerden hilft das. Doch der niedrige DHT-Spiegel greift womöglich auch in andere Abläufe ein - unter anderem in jene, die die Knochendichte erhalten. So könnte der Zusammenhang aussehen:

  • Gestörter Hormonhaushalt: DHT ist maßgeblich am Knochenaufbau und am Erhalt der Knochenmasse beteiligt. Senkt Finasterid den DHT-Spiegel, gerät das Gleichgewicht der Geschlechtshormone aus dem Takt. Die Knochenmineraldichte kann sinken.
  • Kalziumhaushalt: Ein gestörter Hormonhaushalt kann auch den Kalziumhaushalt durcheinanderbringen, von dem die Festigkeit der Knochen abhängt. Die Knochen können schwächer werden, das Risiko für Brüche steigt.
  • Wachsendes Risiko über die Zeit: Je länger DHT und andere Androgene unterdrückt bleiben, desto größer das Risiko. Das gilt besonders bei langer Einnahme und bei PFS-Symptomen, die nach dem Absetzen bestehen bleiben.

Belege und Studien

Zu Knochenschwund bei PFS gibt es bislang kaum Studien. Einiges deutet aber auf einen Zusammenhang hin:

  • Fallberichte: Manche Betroffene mit PFS berichten von sinkender Knochendichte, bis hin zu Osteopenie oder Osteoporose. Das spricht dafür, dass eine lang anhaltende Unterdrückung von DHT und anderen Androgenen den Knochen schaden könnte.
  • Tierstudien: Im Tierversuch ist DHT für Knochenwachstum und Knochendichte unverzichtbar. Studien am Menschen zu Knochenschwund bei PFS sind selten. Doch diese Befunde könnten erklären, warum die Knochendichte bei manchen Betroffenen sinkt.

Beobachtung und Vorbeugung

Sorgen Sie sich wegen Finasterid oder PFS um Ihre Knochen? Dann warten Sie nicht ab:

  • Knochendichte messen lassen: Regelmäßige Knochendichtemessungen (DEXA-Scans) zeigen, wie sich die Knochenmasse entwickelt. So fällt Knochenschwund früh auf.
  • Ernährung und Nahrungsergänzung: Achten Sie auf genug Kalzium und Vitamin D, denn ohne beides leiden die Knochen. Ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, klären Sie am besten ärztlich.
  • Bewegung: Alles, was die Knochen belastet, erhält ihre Festigkeit und Dichte - etwa Gehen oder Krafttraining.
  • Ärztliche Beratung: Bei PFS-Symptomen wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt für Endokrinologie oder an Fachleute, die das Krankheitsbild kennen. Lassen Sie sich individuell beraten.

Was Sie jetzt tun können

Knochenschwund ist nicht das bekannteste Symptom von PFS. Aber er ist ein ernstes Problem, das niemand übersehen sollte - vor allem nach langer Finasterid-Einnahme. Wer das Risiko kennt und die eigenen Knochen im Blick behält und schützt, kommt besser durch diese Erkrankung.

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