Reuters: Klage fordert Marktrücknahme von Propecia
Public Citizen und die PFS Foundation fordern die Marktrücknahme von Propecia. Worauf sich die Klage stützt und was sie erreichen soll.
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Eine Patientenschutzorganisation hat Klage eingereicht, um das Haarausfallmittel Propecia von Merck & Co und seine Generika vom Markt nehmen zu lassen. Sie beruft sich auf Belege, wonach das Mittel Depressionen und Erektionsstörungen auslöst und in manchen Fällen zum Suizid führt.
Die Post-Finasteride Syndrome Foundation, vertreten durch Public Citizen, reichte die Klage am Mittwoch bei einem Bundesgericht in Washington, D.C. ein. Der Vorwurf: Die US-Arzneimittelbehörde FDA habe rechtswidrig nicht auf eine Petition der Organisation von 2017 reagiert. Darin hatte sie gefordert, das Medikament vom Markt zu nehmen oder mit einem deutlichen Warnhinweis („Black-Box-Warnung“) vor den schweren Nebenwirkungen zu versehen.
Propecia ist seit 1997 zugelassen. In den Jahren 2011 und 2012 wurden anhaltende sexuelle Nebenwirkungen in die FDA-Fachinformation aufgenommen - als unerwünschte Arzneimittelwirkung, nicht als Warnhinweis. Darauf folgte eine Welle von Patientenklagen. Verschrieben wurde das Mittel trotzdem immer häufiger: 2020 waren es in den USA über 2,4 Millionen Rezepte, mehr als doppelt so viele wie 2015.
Die Klage stützt sich auf einen aktuellen Reuters-Bericht. Demnach wussten Merck und die FDA schon seit 2011 von Berichten über Suizidgedanken bei Männern, die Propecia nahmen. Dass die FDA trotz dieser Belege nicht gehandelt hat, sei rechtswidrig, argumentiert die Foundation. Die Behörde müsse dringend tätig werden.
Die kanadischen und europäischen Arzneimittelbehörden verlangen bereits einen Warnhinweis zum Suizidrisiko. Sie raten, die Behandlung bei einer Depression abzubrechen. Zum Schutz der öffentlichen Gesundheit fordert die Foundation dasselbe für die USA.
Den vollständigen Artikel lesen Sie bei Reuters: Group Sues to Have Hair-Loss Drug Propecia Pulled from Market (auf Englisch).
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