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Finasterid und die Augen: ernste Risiken für das Sehen

Finasterid kann den Augen schaden: Veränderungen an der Makula und Störungen des Sehnervs. Was die Untersuchungen dazu zeigen.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Finasterid und die Augen: ernste Risiken für das Sehen

Einleitung

Finasterid wird häufig gegen erblich bedingten Haarausfall und gegen Prostatabeschwerden verschrieben. Die FDA ließ es Anfang der 1990er-Jahre zu. Es blockiert die 5-Alpha-Reduktase, ein Enzym, das Testosteron in das starke Androgen DHT umwandelt. Anfangs stand vor allem der Nutzen im Vordergrund. Neuere Forschung zeigt inzwischen ernste Risiken - für das Sehvermögen, die psychische Gesundheit und die Sexualfunktion.

Der Zusammenhang zwischen Finasterid und Augengesundheit

Finasterid wurde zuletzt mit mehreren Augenproblemen in Verbindung gebracht. Nach Studien und klinischen Berichten kann die Langzeiteinnahme zu verschwommenem Sehen und Lidschwellungen führen. Auch trockene Augen sind möglich, verursacht durch eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen. DHT, das Androgen, das Finasterid blockiert, spielt eine wesentliche Rolle für Tränenfilm und Augengesundheit. Seine Hemmung kann daher zu Augenerkrankungen führen, die oft übersehen werden.

Grundlage dieses Artikels sind unter anderem Daten von South Bay Retina, Inc. Dort haben Dr. Lynnette Nguyen und ihr Team Sehprobleme unter Finasterid dokumentiert. Die Untersuchung sollte klären, ob das Medikament zu „okulärer Toxizität“ beiträgt. Gemeint sind verborgene Augenschäden, die sich in auffälligen Sehtests und in Funktionsstörungen des Sehnervs zeigen.

Studienergebnisse: Sehschäden durch Finasterid

Im Detail ausgewertet wurden die Krankenakten von 28 Menschen, die Finasterid eingenommen hatten. Scans und Sehtests sollten Anzeichen von Augenschäden sichtbar machen. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Schäden an der Makula: Über 60 Prozent zeigten Anzeichen eines zystoiden Makulaödems (CME) oder anderer Makulaprobleme mit bleibenden Sehstörungen.
  • Funktionsstörung des Sehnervs: Die Messung visuell evozierter Potenziale (VEP) zeigte Beeinträchtigungen des Sehnervs, die die Verarbeitung visueller Reize betreffen.
  • Netzhautschäden: Die Elektroretinografie (ERG) wies bei mehreren Teilnehmenden Schäden an der Netzhaut nach.

Von 58 untersuchten Augen waren 56 auffällig. Bei vielen fand sich unter anderem ein anhaltendes Makulaödem, das verschwommenes oder verzerrtes Sehen verursachen kann.

Gesundheitliche Bedeutung

Diese Befunde deuten darauf hin, dass Finasterid über längere Zeit verborgene, aber erhebliche Augenschäden verursachen kann. Wegen dieser schweren Folgen kann eine augenärztliche Untersuchung vor Behandlungsbeginn sinnvoll sein. So lässt sich möglichen bleibenden Schäden vorbeugen.

Fazit: Vorsicht bei Finasterid

Wegen der möglichen Risiken für die Augen ist bei Verschreibung und Einnahme von Finasterid Vorsicht geboten. Es mehren sich die Hinweise, dass die Blockade von DHT über Haare und Prostata hinaus wirkt: Sie kann das Sehvermögen schädigen und birgt weitere ernste Risiken. Wenn Sie ungewöhnliche Sehstörungen bemerken, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Und dieses Risiko muss bekannter werden.

Mehr dazu:

Makuläre Auffälligkeiten im Zusammenhang mit 5α-Reduktase-Hemmern (auf Englisch)

Quellen

  1. Brooks, M. (2012). FDA Announces Safety Label Changes to Finasteride. Medscape Medical News.
  2. Traish, A. M. (2020). Health Risks Associated with Long-Term Finasteride and Dutasteride Use: It’s Time to Sound the Alarm. World Journal of Men’s Health, 38(3), 323-337. doi: 10.5534/wjmh.200012 (auf Englisch)
  3. Fraunfelder, F. T., Fraunfelder, F. W., Chambers, W. (2014). Drug-Induced Ocular Side Effects: Clinical Ocular Toxicology (7th ed.). Amsterdam, NL: Elsevier Health Sciences.

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