Was ist das Post-Finasterid-Syndrom (PFS)?
Post-Finasterid-Syndrom: welche Symptome nach dem Absetzen von Finasterid bleiben können, was die Forschung weiß und wo Betroffene Hilfe finden.

Was ist das Post-Finasterid-Syndrom?
Das Post-Finasterid-Syndrom (PFS) kann nach der Einnahme von Finasterid auftreten, einem Mittel gegen Haarausfall und eine vergrößerte Prostata. Kennzeichnend sind Symptome, die auch nach dem Absetzen bleiben: körperliche, sexuelle, seelische und kognitive. Wie stark sie ausfallen, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Berichtet wird von einer ganzen Reihe anhaltender Nebenwirkungen.
Typische Symptome des Post-Finasterid-Syndroms
Bei den meisten Menschen mit PFS ähneln sich die Symptome stark. Die folgende Liste ist eine Auswahl der häufigsten.
Sexuelle Symptome
- Verminderte Libido: Mangel an sexuellem Verlangen.
- Erektionsstörungen: Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten.
- Taubheitsgefühl im Genitalbereich: Vermindertes oder fehlendes Gefühl im Genitalbereich.
- Verminderte Spermienqualität: Schlechtere Spermienqualität, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
Psychische Symptome
- Depression: Anhaltende Traurigkeit und Verlust des Interesses an Dingen, die früher Freude gemacht haben.
- Angst: Gefühle von Nervosität, Unruhe oder Panik.
- Stimmungsschwankungen: Plötzliche und unvorhersehbare Veränderungen der Stimmung.
Kognitive Symptome
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen („Brain Fog“): Probleme mit Konzentration, Gedächtnis und geistiger Klarheit.
- Schlaflosigkeit: Schwierigkeiten, einzuschlafen oder durchzuschlafen.
- Schwindel: Benommenheit oder Unsicherheit auf den Beinen.
Körperliche Symptome
- Verlust von Muskelmasse: Abnahme von Muskelumfang und Kraft.
- Verlust von Knochenmasse: Abnahme der Knochendichte, was das Risiko für Knochenbrüche erhöhen kann.
- Erschöpfung: Anhaltende Müdigkeit, die sich durch Ruhe nicht bessert.
- Hautveränderungen: Trockenheit, Ausschlag oder andere Hautprobleme.
Es laufen bereits Forschungsarbeiten
An PFS wird längst geforscht. Gesucht werden die genauen Mechanismen hinter dem Syndrom und wirksame Behandlungen. Den aktuellen Stand fasst FinasterideInfo.org zum Post-Finasterid-Syndrom (auf Englisch) zusammen. Wichtig ist, dass sich möglichst viele Betroffene daran beteiligen.
Wie können Sie helfen?
Wenn Sie mit PFS leben, tragen Sie sich bitte ins Patientenregister ein. Je mehr Menschen das tun, desto belastbarer werden die Daten. Darauf kann künftige Forschung aufbauen und die Behandlung verbessern.
Genauso wichtig: Melden Sie Ihre Nebenwirkungen. Meldungen helfen, dass die Arzneimittelbehörden PFS ernst nehmen und mehr für Verständnis und Behandlung tun. Wie das geht, erklärt unsere Anleitung zum Melden.
Andere Betroffene erzählen
Auf dem YouTube-Kanal von Moral Medicine (auf Englisch) erzählen Menschen mit PFS ihre Geschichte. Dort wird greifbar, was die Erkrankung mit einem Leben macht.
Machen Sie mit
Das Post-Finasterid-Syndrom ist ernst und vielschichtig, und es braucht Aufmerksamkeit und Forschung. Wer sich ins Register einträgt und die eigenen Nebenwirkungen meldet, hilft mit, PFS besser zu verstehen und behandelbar zu machen. Und erleichtert damit anderen Betroffenen das Leben.
Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
570+ Betroffene haben sich ins Register eingetragen.
Tragen Sie sich ein und melden Sie Ihre Nebenwirkungen.
- Machen Sie Ihre Erkrankung sichtbar
- Erfahren Sie als Erste von Studien, an denen Sie teilnehmen können
- Melden Sie danach Ihre Nebenwirkungen Ihrer Arzneimittelbehörde