PFS: Spiegel neuroaktiver Steroide bei Betroffenen
Bei Männern mit PFS waren die Spiegel neuroaktiver Steroide verändert - passend zu ihren anhaltenden körperlichen und psychischen Beschwerden.

Neuere Studien haben anhaltende Nebenwirkungen bei Menschen gezeigt, die Finasterid gegen erblich bedingten Haarausfall genommen haben. Das gibt Anlass zu großer Sorge. Diese Arbeit hat die psychiatrischen und andrologischen Befunde bei Männern mit Post-Finasterid-Syndrom (PFS) genauer untersucht. Geprüft wurde auch, ob die Spiegel neuroaktiver Steroide im Liquor und im Plasma verändert sind.
Teilgenommen haben 16 männliche Patienten. Bei ihnen hielten sexuelle Funktionsstörungen und psychische Beschwerden auch nach dem Absetzen von Finasterid an. Acht von ihnen erhielten die Diagnose einer schweren depressiven Störung. Alle zeigten Anzeichen einer erektilen Dysfunktion, manche in schwerer Ausprägung. Bei schwerer erektiler Dysfunktion waren zudem die somatosensorisch evozierten Potenziale des Nervus pudendus verändert. Das könnte auf eine Nervenschädigung hindeuten, die die Erektion beeinträchtigt.
Auch die neuroaktiven Steroide waren deutlich verändert, im Liquor wie im Plasma. Pregnenolon, Progesteron und Dihydrotestosteron lagen niedriger, Testosteron und Dehydroepiandrosteron höher. Finasterid greift also offenbar breit in den Haushalt der neuroaktiven Steroide ein. Darin könnte eine Ursache für die anhaltenden Symptome bei PFS liegen.
Die Studie zeigt, wie tief und anhaltend Finasterid Körper und Psyche verändern kann. Wer es gegen Haarausfall einsetzt, sollte deshalb genauer hinsehen und vorsichtiger vorgehen.
Mehr dazu im Originalartikel: Neuroactive steroid levels and psychiatric and andrological features in post-finasteride patients (auf Englisch).
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