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Ist das Post-Finasterid-Syndrom real?

Ist das Post-Finasterid-Syndrom real? Was die Forschung zeigt, welche Beschwerden dazugehören und warum die Anerkennung so lange dauert.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Ist das Post-Finasterid-Syndrom real?

Finasterid wird häufig gegen gutartige Prostatavergrößerung und erblich bedingten Haarausfall verschrieben. Zahlreiche Menschen berichten, dass sexuelle, psychische und körperliche Symptome auch nach dem Absetzen bleiben. Das ist das Post-Finasterid-Syndrom (PFS). Manche in der Fachwelt streiten weiter darüber, ob es die Erkrankung gibt. Doch die Erfahrungen vieler Betroffener und die neuere Forschung sprechen deutlich dafür, dass PFS real und ernst ist. Es verdient mehr Aufmerksamkeit.

PFS verstehen

Das Spektrum der Symptome ist breit: sexuelle Funktionsstörungen, Angst, Depression und körperliche Beschwerden wie Erschöpfung und Muskelschwäche. Diese Symptome können Monate oder sogar Jahre nach dem Absetzen anhalten. Sie schränken die Lebensqualität erheblich ein.

Wissenschaftliche Belege für PFS

Die Wissenschaft nimmt PFS zunehmend wahr. Studien haben mögliche biologische Mechanismen benannt, etwa eine veränderte Genexpression rund um Androgenrezeptoren und Neurosteroide. Eine Studie im Journal of Sexual Medicine (auf Englisch) zeigte zum Beispiel deutliche Unterschiede in der Genexpression zwischen Menschen mit PFS und gesunden Kontrollpersonen. Betroffen waren vor allem Signalwege, die mit Neurosteroiden und der Aktivität der Androgenrezeptoren zu tun haben.

Am Baylor College of Medicine wurden außerdem die Blutgefäße des Penis untersucht. Untersucht wurden junge Männer, die Finasterid gegen erblich bedingten Haarausfall genommen hatten und danach unter anhaltenden Nebenwirkungen litten. Bei einem erheblichen Teil fanden sich Gefäßveränderungen, dazu weitere anhaltende Symptome. Das deutet darauf hin, dass PFS mit bleibenden körperlichen Veränderungen einhergehen könnte.

Warum weiter geforscht werden muss

Die Belege mehren sich. Trotzdem wird PFS in weiten Teilen der Ärzteschaft zu wenig anerkannt. Genau deshalb muss weiter geforscht werden. Je besser wir die Mechanismen hinter PFS verstehen, desto näher kommen wirksame Behandlungen und die Unterstützung, die Betroffene dringend brauchen.

Warum Anerkennung wichtig ist

Dass PFS als Erkrankung anerkannt wird, ist aus mehreren Gründen wichtig. Es bestätigt, was Betroffene erleben. Es hilft, mehr Forschungsgeld auf die Suche nach Lösungen zu lenken. Und es ermutigt Ärztinnen und Ärzte, die Erkrankung ernst zu nehmen. Für Betroffene kann diese Anerkennung der erste Schritt zu angemessener Versorgung und Unterstützung sein.

Zum Weiterlesen

Haben Sie selbst oder Menschen in Ihrem Umfeld Symptome von PFS? Dann holen Sie ärztlichen Rat ein, und melden Sie die Nebenwirkungen. Das hilft, damit die Erkrankung anerkannt wird und die Forschung vorankommt. Tragen Sie sich außerdem ins Patientenregister ein. Dann bleiben Sie über neue Entwicklungen und Unterstützungsangebote auf dem Laufenden.

Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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