Veränderte Genaktivität bei PFS: eine Studie von 2021
Neue Studie zeigt genetische Veränderungen beim Post-Finasterid-Syndrom und einen Zusammenhang mit veränderter Androgenrezeptor-Funktion.

Die genetischen Grundlagen des Post-Finasterid-Syndroms (PFS) verstehen
Manche Männer, die einen bestimmten 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (5ARI) gegen Haarausfall eingenommen haben, erkranken schwer: am Post-Finasterid-Syndrom (PFS). Die genaue Ursache ist umstritten. Doch die Forschung zeigt nach und nach, was sich im Körper der Betroffenen verändert. Eine Studie im Journal of Sexual Medicine hat dazu das Erbgut von 26 Männern mit PFS mit dem von 26 gesunden Männern verglichen. Untersucht wurde die Genexpression in Hautzellen des Penis. Die Forschenden suchten nach einer Erklärung für die anhaltenden Beschwerden.
Die Ergebnisse fielen deutlich aus: Bei den Betroffenen waren 1.446 Gene stärker abgelesen als in der gesunden Kontrollgruppe, 2.318 Gene schwächer. Zu den auffälligsten Befunden gehörte das Androgenrezeptor-Gen. Es war bei Männern mit PFS aktiver - darin könnte eine Erklärung für die anhaltenden Beschwerden liegen. Im Blut stieg die androgene Aktivität dabei nicht mit an. Möglicherweise trifft PFS also bestimmte Gewebe und nicht den ganzen Organismus.
Die Ergebnisse zeigen, wie ernst die Risiken dieses 5ARI sind. PFS ist nicht nur ein psychisches Problem. Die Erkrankung hat eine reale genetische Grundlage und kann zu anhaltenden sexuellen, psychischen und körperlichen Beschwerden führen. Die Arbeit ist damit ein gewichtiges Argument: Die Veränderungen bei PFS sind nichts Eingebildetes, sondern wurzeln tief in der Biologie der Betroffenen.
Die Studie hat auch Grenzen. Untersucht wurden ausschließlich Hautzellen des Penis. Sie zeigen womöglich nicht, was PFS im übrigen Körper anrichtet. Dennoch macht die Arbeit deutlich, dass die genetischen Grundlagen dieser Erkrankung weiter erforscht werden müssen.
Unter dem Strich spricht vieles dafür, dass PFS mit erheblichen genetischen Veränderungen einhergeht, vor allem in der Funktion der Androgenrezeptoren. Die Risiken dieses 5ARI sollte deshalb niemand unterschätzen. Wer das Mittel erwägt, muss den Nutzen sorgfältig gegen die sehr reale Möglichkeit abwägen, PFS zu entwickeln. Ist der mögliche Nutzen für das Haar das Risiko einer lebenslangen Erkrankung wert?
Die vollständige Studie im Journal of Sexual Medicine (auf Englisch)
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