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Haarausfall-Mittel bei Hims, Keeps und Boots bestellen

Haarausfallmittel per Klick bei Hims, Keeps und Boots: was in der Beratung fehlt und welche Nebenwirkungen dabei untergehen.

Von Morten SkovVeröffentlicht Aktualisiert
Haarausfall-Mittel bei Hims, Keeps und Boots bestellen

Hims, Keeps und Boots Pharmacy: die verborgenen Risiken von Haarausfallmitteln aus dem Netz

Online-Apotheken und Telemedizin-Anbieter wie Hims, Keeps und Boots Pharmacy laufen gut. Viele bestellen dort schnell und ohne Umwege ein Mittel gegen Haarausfall. Das ist bequem. Über die möglichen Risiken erfahren Kundinnen und Kunden dabei aber oft nur einen Teil. Wer eine solche Behandlung beginnt, sollte sie kennen.

Warum Telemedizin so verlockend ist

Bei Hims und Keeps ist eine Behandlung gegen Haarausfall in wenigen Minuten bestellt. Ein paar Klicks, und das Mittel kommt an die Haustür - eine Praxis muss niemand betreten. Die Anbieter geben sich als moderne Medizin ohne Wartezimmer. Sie sprechen vor allem Männer zwischen zwanzig und vierzig an, die ihren Haarausfall schnell loswerden wollen.

Auch Boots Pharmacy, eine bekannte britische Apothekenkette, verkauft Mittel gegen Haarausfall online und erreicht damit ein breites Publikum. Was dabei meist fehlt, leistet eine Arztpraxis: eine ausführliche Beratung und ein offenes Gespräch über die Risiken.

Anhaltende Nebenwirkungen: ein ernstes Risiko

Zu den größten Risiken zählen anhaltende Nebenwirkungen, die auch nach dem Absetzen bestehen bleiben können. Dazu gehören sexuelle Funktionsstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie schwere psychische Beschwerden wie Depressionen und Angstzustände. Trotzdem spielen Telemedizin-Anbieter den Zusammenhang oft herunter oder bestreiten ihn.

Uns als Patientenorganisation berichten immer wieder Menschen, dass Telemedizin-Anbieter sie über das Risiko anhaltender Nebenwirkungen nur unzureichend aufgeklärt hätten. Viele kannten vor Behandlungsbeginn nicht das ganze Bild. Das ist beunruhigend: Wer die Risiken nicht kennt, ist auf mögliche Spätfolgen nicht vorbereitet. Erfahrungsberichte Betroffener finden Sie auf dem YouTube-Kanal von Moral Medicine (auf Englisch).

Keeps etwa räumt ein, dass es anhaltende Nebenwirkungen gibt. Dann aber spricht das Unternehmen von einem „nicht-medizinischen Begriff“, dessen Zusammenhang mit der Behandlung umstritten sei. Es betont, die Erkrankung sei selten, und legt nahe, die Symptome gingen womöglich gar nicht auf die Behandlung zurück. Wer die Nebenwirkungen und die Debatte in der Fachwelt nicht genau kennt, zieht daraus leicht den falschen Schluss.

Selten heißt nicht harmlos: Wen es trifft, den kann es schwer treffen. Wer eine solche Behandlung erwägt, sollte davon wissen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt gezielt nach der Sicherheit auf lange Sicht. Einen tieferen Einblick in die aktuelle Forschung bietet die Forschungsseite der PFS Foundation (auf Englisch).

Wenn nicht alle Risiken genannt werden

Wer bei Hims, Keeps oder Boots bestellt, erfährt möglicherweise nicht alle Risiken. Das ist der Kern des Problems. Klassische Anbieter im Gesundheitswesen sind an strenge Vorschriften und berufsethische Regeln gebunden. Bei Telemedizin-Unternehmen wiegt der Druck zu verschreiben mitunter schwerer als die Pflicht, vollständig aufzuklären.

Dr. Adrianne Fugh-Berman, Pharmakologin an der Georgetown University, weist darauf hin: Für manche Telemedizin-Anbieter zählt das Verschreiben womöglich mehr als die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Das wiegt vor allem bei Mitteln schwer, deren Nebenwirkungen gut dokumentiert sind, beim Bestellen aber nicht immer deutlich zur Sprache kommen.

Keeps etwa nennt durchaus einige Nebenwirkungen, darunter sexuelle Funktionsstörungen und Stimmungsveränderungen. Häufig lässt das Unternehmen ihr mögliches Ausmaß aber kleiner wirken, als es ist. Dann unterschätzen Kundinnen und Kunden leicht, wie genau sie während der Behandlung auf sich achten sollten.

Was Sie vor Behandlungsbeginn fragen sollten

Wenn Sie eine Behandlung gegen Haarausfall erwägen oder schon eine machen, gehen Sie den Risiken selbst nach. Diese Fragen sollten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt stellen:

  • Welche Risiken hat diese Behandlung, auch im Hinblick auf anhaltende Nebenwirkungen?
  • Worauf soll ich während der Behandlung achten, vor allem bei Sexualität und psychischer Verfassung?
  • Was tue ich, wenn Nebenwirkungen auftreten? Und wie schnell klingen sie nach dem Absetzen normalerweise ab?
  • Gibt es Behandlungen gegen Haarausfall mit geringerem Risiko?

Wer sich informiert und nachfragt, kann besser einschätzen, ob diese Behandlung die richtige ist.

Fazit

Hims, Keeps und Boots Pharmacy machen es verlockend einfach. Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick. Die Risiken sind real, allen voran mögliche anhaltende Nebenwirkungen. Sie verschwinden nicht dadurch, dass niemand sie erwähnt. Verschaffen Sie sich ein vollständiges Bild und sprechen Sie vor Behandlungsbeginn ausführlich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mehr zu den Risiken dieser Behandlungen und zu anhaltenden Nebenwirkungen lesen Sie auf unserer Themenseite.

Es geht um Ihre Gesundheit. Wägen Sie mögliche Spätfolgen ab, bevor Sie sich entscheiden.

Was hier steht, ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie Entscheidungen über Ihre Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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